Vegan für Anfänger

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Wie wirst du “schmerzfrei” zum Veganer?

Bei Interesse an einer veganen Lebensweise scheitert es bei den meisten Menschen oftmals an der konsequenten Umsetzung. Doch der vegane Lebensstil wird bereits mehr und mehr in die Gesellschaft integriert. Ein gutes Beispiel dafür ist die wachsende Vielfalt veganer Lebensmittel in den Supermärkten. Das zunehmende moralische Bewusstsein bezüglich der Tierhaltung, wie auch gesundheitliche Aspekte bewegen immer mehr Konsumenten zu einem veganen oder zumindest vegetarischen Ernährungsstil.

Wie beginnst du dein veganes Leben?

Ein vollkommen veganes Leben zu führen, ist in der heutigen Zeit durchaus möglich. Doch vor allem den Einstieg solltest du dir nicht allzu leicht vorstellen. Du wirst Rückschläge erleiden und an dir selbst zweifeln. Aber lass dich davon nicht abschrecken, denn mit der notwendigen Konsequenz und ein paar Tipps wird das vegane Leben schon bald zu deinem Alltag gehören.

Bevor du jedoch an diesen Punkt gelangst, musst du dich und vor allem deinen Körper langsam und schrittweise an den Veganismus gewöhnen. Am besten beginnst du damit, deine Ernährung nach und nach auf vegetarisch umzustellen. Wenn der Verzicht auf Fleisch für dich nun zur Normalität zählt und du auch in Situation außerhalb des Alltags damit umzugehen weißt, kannst du den Versuch wagen, auf jegliche tierischen Produkte zu verzichten.

Abgesehen von der Ernährungsumstellung wirst du weitere Veränderungen erleben. Früher oder später kommt dein zunächst vegetarischer und letztlich veganer Lebenswandel bei Freunden, Verwandten oder Kollegen zur Sprache. Da Veganismus keine Seltenheit mehr ist und vor allem in den Medien immer präsenter wird, haben sich die Leute bereits eine Meinung zu diesem Thema gebildet. Diese ist nicht durchweg positiv und basiert häufig auf Unwissenheit oder Unsicherheit im Umgang mit dem Thema.

“Ob du vegan leben möchtest, ist einzig und allein deine Entscheidung.”

Du wirst also sehr wahrscheinlich mit vielen Kommentaren und Bedenken konfrontiert, die dich im schlimmsten Fall von deinem Entschluss abbringen möchten. Dennoch solltest du dir regelmäßig ins Bewusstsein rufen, weshalb du dich für einen veganen Lebensstil entschieden hast. Letzten Endes musst DU damit zurechtkommen, niemand sonst.

Veganismus auf Probe

Solltest du dir unsicher sein, ob die vegane Lebensweise wirklich zu dir passt, kannst du sie erst einmal für einen gewissen Zeitraum testen. Dadurch kannst du Erfahrungen sammeln und diese am Ende der Testphase bewerten.

Wenn du bspw. einen Monat lang ohne tierische Produkte lebst, wirst du schnell feststellen, dass dies nicht nur positive Auswirkungen auf deinen Körper haben wird. Dein Geist und deine Seele werden ebenso von jener Umstellung profitieren.

Was ist dein Warum für den Veganismus?

Einen veganen Lebensstil zu führen, kann vielerlei Gründe haben. Das Wichtige ist, deine persönliche Motivation zu finden. Er sollte nicht von einem Hype in deinem Umfeld herrühren, sonst wirst du innerhalb kürzester Zeit das Interesse verlieren. Und das obwohl ein verantwortungsvoller Veganismus dein Leben deutlich verbessern könnte.

Nimm dir deshalb die Zeit, um über deine eigenen Gründe nachzudenken, und wäge in aller Ruhe das Für und Wider ab. Überlege, ob sich ein veganes Leben mit deiner Einstellung und deinen Werten vereinbaren lässt bzw. ob dein derzeitiges Leben ohne Veganismus wirklich diesen entspricht.

Sobald du deinen inneren Wunsch in Zusammenhang mit einer veganen Lebensweise formuliert hast, kannst du an diesem festhalten. Nutze ihn als Motiv oder beantworte damit die oftmals vorwitzigen Fragen aus deinem Umfeld. Dein Selbstbewusstsein wird es dir ebenfalls danken.

Veganismus braucht seine Zeit

Hast du den Entschluss gefasst, fortan vegan zu leben, wird die tatsächliche Umsetzung vermutlich noch eine Weile dauern. Denn du solltest keinesfalls irgendetwas überstürzen. Schlimmstenfalls kann dein Übereifer zu einer Mangelernährung führen, was deine Gesundheit ernsthaft gefährden könnte. Informiere dich ausführlich und erstelle dir einen Plan, an dem du dich bei jedem Schritt orientieren kannst.

Die Ernährungsumstellung wird für dich vermutlich die größte Veränderung sein. Diese sollte – wie bereits erwähnt – mit Bedacht erfolgen. Dein Körper und dein Geist benötigen eine gewisse Zeit, um mit den neuen Umständen umgehen zu können.

Doch nicht nur in der Ernährung findet ein Wandel statt. Viele Gebrauchsgegenstände, Produkte und Konsumgüter beinhalten tierische Stoffe oder Erzeugnisse. Zum Beispiel erwartet niemand, dass du deine teuren Echtleder-Stiefel, die du noch kaum getragen hast, sofort in den Müll wirfst. Solche Veränderungen können auch innerhalb eines längeren Zeitraums stattfinden.

Wichtig ist also, dass du dich zu nichts zwingst und dich auf keinen Fall unter Druck setzt. Denn das ist nicht das Ziel eines veganen Lebensstils. Finde dein eigenes Tempo, um mit der neuen Situation zurechtzukommen. Selbst wenn du nicht zu 100 % vegan lebst, sondern erstmal oder letztlich nur zu 70 %, dann ist das absolut in Ordnung und immer noch eine Verbesserung.

Informiere dich über das vegane Leben

Vor allem die Ernährung hat einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser körperliches Wohlbefinden. Deshalb solltest du nicht leichtfertig an das Thema Veganismus herantreten. Nutze zum Beispiel die vielen Social-Media-Plattformen, um dir neues Wissen anzueignen. Hole dir Tipps von anderen Veganerinnen und Veganern und vermeide dadurch die typischen Anfängerfehler. Oder lies ganz klassisch ein Buch. Solltest du Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten haben, sprich im Vorfeld mit deinem Apotheker oder Arzt.

Versuche niemanden zu bekehren

Selbst wenn deine Überzeugung nachvollziehbar und solide ist, bedeutet das nicht, dass andere deine Meinung über den Veganismus teilen. Jeder darf nach seinen eigenen Vorstellungen leben. Daher solltest du krampfhafte Bekehrungsversuche unterlassen und deine Energie lieber in dich selbst investieren.

Vergiss nicht das Vitamin B12

Dieses lebensnotwendige Vitamin ist in kaum einer Pflanze und dann nur in äußerst geringen Mengen zu vorzufinden. Bei der Umstellung auf eine vegane Ernährung solltest du jedoch darauf achten, alle wichtigen Nährstoffe zu dir zu nehmen. Einen genauen Überblick kannst du dir in Form eines Blutbilds schaffen. Dein Arzt kann dir dann sagen, ob Mängel bestehen. Die fehlenden Stoffe, die sich der Körper nur schwer aus der pflanzlichen Ernährung beschaffen kann, kannst du mithilfe von Präparaten ausgleichen. Relevant sind für dich vor allem Eisen und Vitamin B12.

Nutze den Flow!

Wie deine Ernährungsumstellung verläuft, ist abhängig davon, was und wie viel du vorher zu dir genommen hast. Dementsprechend muss sich dein Körper erst an ein weniger fettiges oder kalorienarmes Essen gewöhnen. Bei größerem Hungergefühl solltest du dich also nicht scheuen, ausgiebig von der veganen Kost zu nehmen. Dein Essverhalten wird sich mit der Zeit einpendeln und an den neuen Lebensstil anpassen.

“Deine Ernährung bildet den Grundstein für deine Gesundheit.”

Nutze diese Umstellung, um zum Beispiel neue Gerichte und Lebensmittel kennenzulernen. Diese Entdeckungen können dir viel Spaß bereiten, vor allem wenn du selbst gerne kochst. Variiere mit den vielen veganen Produkten und zaubere dir neue Mahlzeiten. Damit verwöhnst du Körper und Seele.

Das Wichtigste ist es, sich vollwertig und gesund zu ernähren. In Phasen eines sehr hohen Nährstoffbedarfs ist dies zwar immer noch möglich, wird aber zunehmend schwieriger – hier benötigst du etwas Erfahrung. Darum ist eine vegane Ernährung während der Schwangerschaft, Stillzeit oder im Kindesalter nicht empfehlenswert. Denn ein Nährstoffmangel kann in den genannten Phasen maßgeblich die Entwicklung beeinflussen und ggf. zu nachhaltigen Schäden führen. Informiere dich daher in diesen Fällen bei einem Apotheker, Arzt oder Ernährungsexperten.

Folgende pflanzliche Lebensmittel solltest du in deine Ernährung einbringen: frisches Obst und Gemüse, Getreide und Pseudogetreide wie Quinoa, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, Vollkornprodukte, pflanzliche Milch sowie hochwertige Öle.

Für ein positives Körpergefühl! Durch eine gesunde Lebensweise erlangt dein Körper wieder seine Bestform. So berichten viele Veganerinnen zum Beispiel von einem positiven Körpergefühl, reinerer Haut oder Gewichtsabnahme. Ein veganer Lebensstil setzt voraus, sich selbst ausgiebig mit der eigenen Gesundheit und den Kriterien einer ausgewogenen Ernährung befasst zu haben.  Das Ergebnis ist ein verbessertes körperliches Wohlbefinden, welches eindeutig für den Veganismus spricht.

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