Zucker – das süße Gift?

Donuts - nur das Loch ist zucker- und kalorienfrei

Er wirkt wie ein Brandbeschleuniger

Ein Eiskaffee hier, ein paar Gummibärchen dort, da kommt eine Menge Zucker zusammen. Grund genug, den Kosum zu überprüfen, denn Zucker gibt es in so vielen Variationen. Eines haben Sie aber alle gemeinsam: Gesund sind sie nicht!

Die Wechselwirkung von Zucker und Insulin

Dass zu viel Zucker krank macht, das ist uns allen klar! Doch trotzdem genießen wir alle gerne von Zeit zu Zeit etwas Süßes. Was im Körper allerdings passiert, wissen nur die Wenigsten. Zucker löst eine Reihe von Reaktionen im Körper aus, die wir dir hier näher erläutern werden. Sobald du Süßes isst, gelangt die Glukose direkt in dein Blut. Die Bauchspeicheldrüse beginnt umgehend das Hormon Insulin auszuschütten, das dafür sorgt, dass der Zucker in die Körperzellen gelangt, um in Energie umgewandelt zu werden. Gleichzeitig sorgt das Insulin auch für die Ausschüttung von Serotonin, welches dafür verantwortlich ist, dass wir uns glücklich fühlen sobald wir Süßigkeiten essen. Das hört sich erst einmal gut an, doch Zucker kann krank machen!

Wie macht Zucker krank?

Bei zu häufigem oder sogar gewohnheitsmäßigem Verzehr von zuckerhaltigen Produkten schüttet die Bauchspeicheldrüse zu viel Insulin aus, was zwei Folgen für dich haben kann:
Zum einen, hat die erhöhte Insulinmenge zur Folge, dass schlussendlich zu wenig Zucker im Blut verbleibt, was zu einer Unterzuckerung führt, die sich in Gereiztheit, Konzentrationsstörungen und vor allem mit einem erneuten Hunger bemerkbar machen kann. So führt das Essen von Süßigkeiten dann zu einem Verlangen nach noch mehr Süßem und damit zu Übergewicht.

Zucker gibt es in unzähligen Variationen

Zum anderen kann der permanent hohe Insulinspiegel dazu führen, dass unsere Zellen sich an das Insulin gewöhnen und eine sog. Insulinresistenz entsteht. Dies führt zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck. Diese Faktoren erhöhen auch das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt.
Nachgewiesenermaßen verhindert zu viel Insulin auch den Abbau des Eiweißes Beta-Amyloid. Wenn sich zu viel dieses Eiweißstoffes im Gehirn ablagert, kann dies zur Entstehung von Alzheimer führen. Mittlerweile weiß man, dass es sogar einige Krebsarten gibt, welche über Insulinrezeptoren verfügen, somit wird davon ausgegangen, dass Insulin auch für das Wachstum bestimmter Krebszellen verantwortlich ist.

Was ist der Unterschied zwischen Haushalts- und Fruchtzucker?

Du nimmst Fructose hauptsächlich beim Essen von Obst und Gemüse auf. Dieser Fruchtzucker benötigt, anders als Glukose, kein Insulin, um vom Körper in Energie umgewandelt zu werden. Das hört sich erst einmal gesund an. Da jedoch kein Insulin ausgeschüttet wird, erhält dein Gehirn auch kein Sättigungssignal – ganz im Gegenteil: Es entsteht eine Lust auf „mehr“. Fructose wird heute gerne als industrielles Süßungsmittel verwendet, da sie wesentlich süßer schmeckt als Zucker. Der dabei verwendete Fruchtzucker-Sirup findet sich jedoch nicht nur in Kuchen oder Süßigkeiten. Auch bei Fertiggerichten, Wurstwaren und Tiefkühlprodukten kommt Fructose im Produkt zum Einsatz. Du nimmst also viel mehr Zucker zu dir, als dir bewusst ist!

Kann ich deutlich sehen, wieviel Gesamtzucker Lebensmittel enthalten?

Leider nicht, denn die Hersteller verbergen den Zuckeranteil in ihren Produkten häufig hinter fachlicheren Bezeichnungen, wie Saccharose, Fructose, Glukosesirup, Mannose, Maltose, Dextrose, Süßmolkenpulver, Laktose, Maisstärke, Molkenerzeugnis, Vollmilchpulver, Maltodextrin. Auch wenn der Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ oder „ungesüßt“ auf Lebensmitteln positiv klingt, kommt es zusätzlich auch auf die weiteren Inhaltsstoffe an. Wenn z.B. Trockenfrüchte, die einen hohen Zuckeranteil haben, verarbeitet wurden, enthält das fertige Produkt natürlich Zucker.

Stevia

Stevia

Stevia wird aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen und hat eine ca. 300fach größere Süßkraft als Zucker. Stevia stammt aus Paraguay und wird dort seit langem als Süßungsmittel verwendet. Der Vorteil ist, dass Stevia fast keine Kalorien hat und deinen Insulinspiegel nur wenig beeinflusst.

Honig

Honig bietet eine wahre Geschmacksvielfalt, je nachdem welche verschiedenen Blüten die Bienen angeflogen haben. Honig süßt viel stärker als Zucker und ist besonders für Sportler ein perfekter Energielieferant, da er aus langsam und schnell abbaubaren Zuckerarten besteht. Mit 306 Kalorien/ 100g ist er eine gute Alternative zu Zucker.

Ahornsirup

Ahornsirup wird aus dem Saft des Ahornbaums gewonnen. Ahornsirup hat jede Menge gesunde Inhaltsstoffe wie Kalium, Calcium, Mangan, Magnesium und Eisen. Auch die Vitamine
B2, B5 und B6 stecken im Ahornsirup. Mit nur 50 Kalorien pro Esslöffel solltest Du Ahornsirup unbedingt einmal ausprobieren.

Kokosblütenzucker

Mit seinem Geschmack nach Karamell könnte der Kokosblütenzucker zu deinem Favorit werden. Er wird aus dem Saft der Palmblüte hergestellt und daher auch Palmzucker genannt. Aufgrund seiner Bestandteile, wie den verschiedensten Mineralien und Aminosäuren, wird Kokosblütenzucker nur langsam im Körper abgebaut. Dein Insulinspiegel wird also nicht von jetzt auf gleich in die Höhe schnellen und daher auch nicht wieder rapide abfallen. Ein erneutes Hungergefühl im Anschluss wird daher ausbleiben. Palmzucker enthält 388 Kalorien pro 100g.

Reissirup

Reissirup hat gerade mal 313 Kalorien pro 100g. Er besteht zu mehr als 20 % aus langkettigen Zuckermolekülen, was zu einer langsamen Aufnahme im Blut führt. Du kannst ihn ähnlich wie Honig als Zuckerersatz verwenden.
Es gibt viele Alternativen zu Zucker. Es lohnt sich für dich, im Supermarkt die Augen offen zu halten.

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Fotos: Titelbild: © nadia_snopek– stock.adobe.com, Stevia: © HandmadePictures– stock.adobe.com, Honig: © Prostock-studio– stock.adobe.com, Ahornsirup: © Brent Hofacker – stock.adobe.com, Kokos: © ExQuisine – stock.adobe.com

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